Berichte aus dem Jahr 2025 (Rottmeister Stefan Breitkopf)
Berichte
Vorprogramm
Ende April war es endlich so weit. Mit der Chargiertenwahl fiel der Startschuss für das 2025er Schützenfest. Die Vorfreude war groß und der Ratskellersaal wurde proppenvoll. Da wir aber wie immer zu den ersten gehörten, konnten wir völlig stressfrei an unserem Traditionstisch Platz nehmen. Als unser designierter Rottmeister Stefan Breitkopf dreieinhalb Stunden und zwölf Biere später endlich aufgerufen wurde, haben alle begeistert den Arm in die Höhe gestreckt und ihn einstimmig zum Rottmeister 2026 gewählt. Stefan war überwältigt von der großen Zustimmung und hat sich spontan mit einer Runde Grünen für das entgegengebrachte Vertrauen bedankt.
Weiter ging es Anfang Juni mit dem Rottbegehen der III. Quartierschaft. Nachdem eine große einstellige Anzahl von Rosenrottbrüdern ihr Glück auf dem Schießstand versucht hatte, ging es auf den langen entbehrungsreichen Weg durch die Stadt. Glücklicherweise hatten die drei Rottmeister vorgesorgt und so konnten die Rottbrüder an den drei Unterwegsstationen mit Pils, Edelherb, Meyer's Bittern und belegten Brötchen wieder auftanken. Danach ging es zum Schäferhof, wo bei schmissiger Blasmusik, gutem Essen und reichlich frisch Gezapftem der Tag seinen Höhepunkt fand.
Am Samstag vorm Fest hat ein Team von hochqualifizierten Zeltbauexperten die Kindermann'sche Wiese innerhalb weniger Stunden in eine üppige Zeltlandschaft verwandelt. Startete der Tag schon heiß, wurden die Temperaturen nicht nur hochsommerlich, sondern bisweilen auch unerträglich. Alle waren wir uns einig: so heiß war´s noch nie! Und tatsächlich fand sich immer eine Gruppe von wechselnden Leuten an einem der raren Schattenplätze, um kurz zu verschnaufen, bevor es wieder hinausging in das Fegefeuer. Der strahlende Sonnenschein sorgte aber auch für gute Laune und die Hitze war ein willkommener Grund, den beständigen Flüssigkeitsverlust durch häufige, gezielte Gaben isotonischer Getränke auszugleichen. Bis Dienstagabend, gerade noch rechtzeitig zur Zeltabnahme durch die gestrengen Chargierten der III. Quartierschaft, konnten dann auch das Schmücken und die Möblierung der Zelte abgeschlossen werden.
Chargiertenwahl
am Freitag 25.4.2025
Rottbegehen
am Samstag 7.6.2025
Zelte aufbauen
am Samstag 14.6.2025
Zelte schmuecken
am Dienstag 17.6.2025
Historisches Schützenfest vom Mittwoch 18. bis Sonntag 22. Juni 2025
Man kann davon ausgehen, dass 90 % der Leute, die diese Webseite aufrufen, garantiert selbst mit im Zelt gesessen und gefeiert haben. Was soll man denen schon groß Neues erzählen? Für die also kurz und knapp: Es war wieder ein wirklich schönes und rundum gelungenes Schützenfest im Rosenrott.
Nun zu denen, die etwas mehr wissen möchten. Zuerst einmal großer Dank an und Anerkennung für unser 2025er Rottmeisterpaar Stefan und Heike nebst ihren zahlreichen Helferinnen. Durch ihren Einsatz wanderte ein beständiger, nie abreißender Strom von kühlen Bierchen und leckeren Brötchen ins Zelt. Der von vertrocknenden Kehlen mit letzter Kraft gekrächzte Gesang "Ja, ist denn hier der Ober tot?" gehörte 2025 definitiv nicht zum Repertoire der Rottbrüder. Selbst der sonntägliche Heißhunger auf Weißbrot mit einem rosenrottroten Belag aus Seelachsschnitzeln wurde zuverlässig gestillt.
Auftakt am Mittwoch
Rottmeisterpaar 2025 Stefan und Heike (BaB 2025)
Unser Stefan füllte seine Rolle als Rottmeister gar trefflich aus und verstand es wie kaum ein anderer, mit launiger Rede die Truppe sowohl bei Stimmung als auch in Reih und Glied zu halten. Da kommen halt zwei Dinge zusammen: Veranlagung und Erfahrung. Veranlagung, weil schon Stefans Vater Leo 1960 und 1970 die Lanze vom Rosenrott getragen hat, daher Stefan die Liebe zum Schützenfest mit in die Wiege gelegt wurde. Und Erfahrung, weil Stefan selbst 2005 schon einmal sehr erfolgreich vorne weg gelaufen ist.
Rottfeier am Donnerstag
Das Showprogramm im Rott war großartig: Andy hat den schönen Gigolo zum Besten gegeben und ist als kleiner Leutnant durch das Zelt geritten. Klaus war gefeierter Solist beim Piffer und hat mit wilden Sprüngen den eh schon etwas maroden Zeltboden arg malträtiert. Sebastian hat voller Inbrunst Lili Marleen angeschmachtet. Nadja hat uns mit "Unter dem Vollen" den Spiegel vorgehalten. Der bekannte Komponist, Librettist und Gitarrenvirtuose Axel hat mit seinem Rottmeisterlied "Stefan ist Meister im Rott der Rosen. Bier gibt's aus Gläsern, nicht aus Dosen" einen neuen Meilenstein in der Geschichte der Schützenfestmusik geschaffen. Auch unser Zeremonienmeister Ralph wurde von Axel mit einem Lied bedacht: "Wenn Ralph die helle Glocke schwingt". Die Quartierschaftskapelle hat überaus kraftvoll ins Blech geblasen, das Zelt zum Toben gebracht. Und wenn gerade mal keiner was vorgesungen hat, dann haben Frank am Akkordeon und Axel an der Gitarre die Rottbrüder zum Absingen der Kleinen Seite motiviert. Fazit: Die Minuten, in denen man einfach so entspannt dasitzen und in Ruhe sein Bier trinken konnte, waren ein rares Gut.
Doch es ging nicht immer lustig zu. Denn es gab auch tiefschürfende Referate zu ausgewählten Kapiteln des Schützenfest(un)wesens. Schorse hat in seinem Festvortrag den 50. Geburtstag unseres 1975 von eben jenem Schorse erdachten Rottliedes "Der Schütze" gewürdigt. Lutz hat über die Entwicklungsgeschichte und gesellschaftliche Bedeutung des Zylinders vorgetragen. Ulrich hat neue Wege aufgezeigt, um den bedrohlich aufklaffenden Spalt zwischen der jungen und der alten Seite zu überwinden.
Nach so viel Jubel-Trubel-Heiterkeit wird der Rottbruder gegen 14 Uhr immer ein wenig traurig. Denn er weiß, bald hat es ein Ende, es geht auf den Ausmarsch. Doch bekannterweise ist geteiltes Leid nur halbes Leid. Wir mussten uns nie alleine auf den Weg machen, die Bernhardiner und die Julianen haben uns abgeholt. So konnten wir mit einem Bier in der Hand vorm Zelt stehend alle zusammen noch lauthals ein Lied schmettern und so den Abschiedsschmerz etwas lindern.
Und danach: "Am Festplatz angekommen, wird noch ein Bier genommen" hat Schorse 1975 gedichtet. Stimmt auch 50 Jahre später noch, selbst wenn es inzwischen der Landsberg'sche Hof ist. Aber dort ist noch mehr passiert, denn da hat Stefan die Rottlanze an Michael und Evelyn Schumann überreicht, unser Rottmeisterpaar 2026. Das ist sehr gut! Vielen Dank an die beiden, dass sie sich haben vor den Karren spannen lassen. Also lautet die Devise: "Ich weiß, dass ich im nächsten Jahr, im Rosenrott, das ist doch klar, dabei sein wieder muss!"
Rottfeier am Freitag
Zapfenstreich am Samstag
Rottfeier am Sonntag
Nachspiel
Da die Planen am Montag noch nass waren, durfte das Zelt länger als sonst in seinem schönen Garten verweilen. Erst am Samstag war es so weit. Runde 10 Aktivisten waren dem Aufruf des Rottmeisters gefolgt, hatten sich eingefunden, um das Hauptquartier abzubauen. Nach wenigen Stunden war die ganze Schützenfestpracht verschwunden und die Wiese lag wieder naturbelassen in der Sonne. Nebenzelte, Stühle, Tische, Bilder, Devotionalien und das ganze Brimborium waren eingelagert, das große Festzelt war abgebaut und der Anhänger war beladen worden. So haben wir es denn nicht nur geschafft, ohne Schäden an Mensch und Material das Zelt umzulegen, sondern wir haben es auch hingekriegt, die Holzteile in der richtigen Reihung auf dem Hänger zu verstauen. Nachdem die Arbeit getan war, haben wir noch ein Weilchen bei Malte auf der Terrasse gesessen und davon geträumt, dass wir in weniger als einem Jahr das Zelt endlich wieder aufbauen dürfen. Und abends fand auf Einladung des Rottmeisterpaares ein Treffen der Helferinnen und Helfer der Rottfeiern im Kanapee statt..
Im Oktober ging es dann noch einmal für ein paar Stunden auf Kindermann's Wiese. 2022 hatten wir Dieter dabei unterstützt, ein für Obstbäume genutztes Areal in der Südwestecke der Wiese mit einem niedrigen Schotterwall optisch abzugrenzen. Klarer Fall, dass wir auch 2025 wieder mit Schubkarren und Schaufeln zur Stelle waren, um das Areal zu vergrößern und den Schotterwall entsprechend zu erweitern.
Zelte abbauen
am Samstag 28.6.2025
Steine schaufeln
am Samstag 11.10.2025