Berichte aus dem Jahr 2018 (Rottmeister Jan Busche) - Rosenrott

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Berichte aus dem Jahr 2018 (Rottmeister Jan Busche)

Berichte

 

Zelt abbauen am Montag 11. Juni 2018

Für den Tag danach hatte unser Rottmeister ein letztes Mal die Aktivisten zusammen getrommelt, um die Zelte abzubauen. Es waren auch erfreulicherweise zahlreiche Rottbrüder dem Aufruf gefolgt und bei bestem Wetter ging die Arbeit gut von der Hand. Nach rund drei Stunden war die ganze Schützenfestpracht verschwunden und die Wiese lag wieder naturbelassen in der Sonne. Nebenzelte, Stühle, Tische, Bilder, Devotionalien und das ganze Brimborium waren eingelagert, das große Festzelt war abgebaut und der Anhänger war beladen worden. Gerade noch rechtzeitig bevor Firma Damke anrückte, um Theke und Zapfanlage abzuholen, konnten wir ein letztes Bier auf das Schützenfest 2018 trinken. Und wo wir schon mal dabei waren, natürlich auch gleich noch eines auf das vor uns liegende Schützenfest 2019.



623. Historisches Schützenfest vom Mittwoch 6. bis Sonntag 10. Juni 2018

Der Auftakt des Schützenfestes wurde von einer öffentlich kaum wahr genommenen internationalen Krise überschattet. Fotos russischer Aufklärungssatelliten zeigten, dass im Osten Stadthagens in weniger als 72 Stunden aus dem Nichts heraus eine riesige Zeltlandschaft entstanden war. Feldgängige Zugmaschinen brachten schwer beladene Hänger, als Getränkelieferung getarnte LKW wurden entladen, muskelbepackte Männer schleppten Teile durch die Gegend und rotteten sich zusammen. Der Nato-Oberbefehlshaber hatte einige Mühe seinem russischen Pendant zu erklären, dass es sich nicht um die Mobilmachung von drei Nato-Divisionen handelte, sondern nur um den Festplatz vom Rosenrott. Das Aggressionspotential der Rottbrüder wäre als äußerst gering einzustufen und richte sich ausschließlich gegen leere Gläser. Eine zutiefst glaubhafte Begründung, der sich letztendlich auch die Russen nicht verschließen konnten.

Platzkonzert am Mittwoch

Rottmeisterpaar 2018 Natalie und Jan (ScS 2018)
Auf dem Sonntagsfoto können Natalie und Jan schon wieder entspannt lächeln. Nicht nur die internationale Krise überwunden, sondern auch drei Tage Rott bravourös gemeistert. Ganz herzlichen Dank an die beiden und ihre Helferinnen, dass sie uns nach Kräften verwöhnt und umsorgt haben. Jan fühlte sich sichtlich wohl als Rottmeister, verstand es mit launiger Ansprache die Truppe sowohl in Stimmung als auch in Reih und Glied zu halten. Ganz klar ein Rottmeister, der den VHS-Crash-Kurs "Rottmeister in drei Abenden" nicht nötig hatte, weil er Schützenfest bei den Jungen Bürgern von der Pieke auf gelernt hat.

Rottfeier am Donnerstag

Rottfeier am Freitag

Da der Gedanke an den Zahnarztbesuch bei vielen Menschen Angstzustände hervorruft, war Jan am Donnerstag in der Frühe sichtlich nervös. Doch die Aussicht auf traditionelle zahnmedizinische Prophylaxe mit Bier und Mettbrötchen sorgte dafür, dass die Rottbrüder ihre Angst überwunden haben. Schon um 10 Uhr war das Zelt rappeldicke voll. Es herrschte an allen drei Tagen tolle und ausgelassene Stimmung. Dafür haben nicht zuletzt wieder einmal Udo und Axel mit ihren musikalischen Beiträgen gesorgt. Spätestens nachdem Axels "Don't worry, go Busche" und Udos "Der Dentist" gesungen worden waren, als man Jan seine Zahnkrone aufgesetzt hatte, da tobte die Truppe.

Es gab dies Jahr wieder etliche Beiträge aus dem Kreis der Rottbrüder.
  • Michael hat über das Wort "Siehe, ich will dich gesund machen - am dritten Tage (Buch Könige 20/5)" gepredigt. Er hat uns im Glauben bestärkt, dass man nach drei intensiven Rottfeiern das Zelt am Sonntag gesünder verlässt, als wie man es am Donnerstag betreten hat.
  • Ulrich hat aufgezeigt, wie man durch Timesharing, gezieltes Überbuchen und konsequentes Outsourcing noch eine Weile über die Runden kommen kann, obwohl das Rottzelt schon seit mindestens 20 Jahren zu klein ist.
  • Malte hat sich mit der Quartierschaftsfahne beschäftigt, erstmals die mysteriöse Aufschrift "S CIVITATIS IDAGINIS COMITIS ADOLFI D SCOWEB" entziffert und in den historischen Kontext unserer schönen Heimatstadt gestellt.
  • Volker ist bei der Beschäftigung mit der Datenschutzgrundverordnung auf den Begriff "sub rosa" gestoßen. Er konnte als Ergebnis einer breit angelegten Recherche aufzeigen, dass dieser Begriff wie kaum ein anderer für das Miteinander und das Lebensgefühl im Rosenrott steht.
  • Markus hat mit seinem "Denglischen Patienten" ein humorvoll angelegtes leidenschaftliches Plädoyer für die deutsche Sprache vorgetragen.  

Doch das Rosenrott wäre nicht das Rosenrott, wenn neben dem allgemeinen "Hoch die Tassen" nicht stets auch ernsthafte Fragen aufgegriffen und diskutiert würden. Schwerpunkt-Thema 2018 war der demographische Wandel:
  • Optisch: Bereits ein kurzer Blick ins Zelt zeigte, dass einige von den ewig Jungen sich endlich genötigt sahen die Seite zu wechseln, um zumindest unter den Alten wieder als Junge durchzugehen.
  • Musikalisch: Udo hat mit dem "Dentisten" gezielt dem demografischen Wandel Rechnung getragen. Vorspiel und Epilog des Rottmeisterliedes nach der Sesamstraßen-Melodie wurden von der jungen Seite begeistert mitgeträllert. Der inhaltsschwangere und musikalisch anspruchsvollere Hauptteil des Liedes nach der Melodie "Und der Haifisch, der hat Zähne" hingegen fand unter den Zeitgenossen Bertold Brechts hingebungsvolle Interpreten.
  • Prosaisch: In seinem Essay "Schöne Männer über 50" hat Peter in pointierter Weise die besonderen Vorzüge des alternden Rottbruders aufgezeigt und ihn dargestellt "als Schatzkästlein nämlich, als ein Hort des Wunderbaren, des Verblüffenden und des Erstaunlichen."

Zapfenstreich am Samstag

Rottfeier am Sonntag

Nachfeier am Sonntag

Fazit; Es war wieder mal ein richtig schönes Schützenfest. Und das Beste kommt zum Schluss: Jeder der am Sonntagabend von der Nachfeier erschöpft, aber glücklich Richtung Heimat wankte, ging in dem festen Bewusstsein, dass dies nicht das Ende war. Denn Jan und Natalie haben die Insignien des Rottmeisters an Niels und Stephanie übergeben. Den beiden gebührt unser Dank, dass sie sich 2019 vor dem Karren spannen lassen. Niels und Stephanie, wir freuen uns alle schon mächtig auf 2019, und wir werden alle wiederkommen, großes Rottbruder-Ehrenwort.



Zelt aufbauen am Samstag 2. Juni und Zelt schmücken am Montag 4. Juni 2018

Am Samstag beim Aufbau der Zelte hatten die Männer mit den muskelbepackten Oberarmen ihren großen Auftritt. Am Montag beim Schmücken konnten dann endlich auch mal die Herren mit den dünnen Ärmchen glänzen. Hier war nicht "hau ruck" oder "gib ihm noch einen" gefragt. Hier zählten Ästhetik, Sinn für Proportionen und die Harmonie von Form und Farbe. Entsprechend wurde das nackte, kalte Zelt mit großen Mengen von Tannen- und Birkengrün in eine gemütliche Heimstatt für den Rottbruder verwandelt. Die Landesfarben prangen allerorts und lachen den Betrachter freundlich an. Viele großformatige Fotos an den Zeltwänden lassen die Tradition hoch leben und ermuntern den Rottbuder des Jahres 2018, es seinen Vorgängern gleich zu tun.

Doch neben den künstlerischen Aspekten wurde auch durchaus an praktische Dinge gedacht. Zu erwähnen wäre da der (vergebliche) Versuch, durch präzises Stellen und Ausrichten von Tischen und Stühlen dem Zelt noch ein paar Sitzplätze mehr abzuringen. Als der Rottmeister dann die große Fahne gehisst hatte, wurde der Grill angeworfen und es ging an den wichtigsten Arbeitspunkt: Die Überprüfung der Einsatzbereitschaft von Kühl- und Schanktechnik im Praxisversuch. Unnötig zu erwähnen, dass hier alle mit besonders viel Sorgfalt und Engagement dabei waren. Alles ist bereitet für das große Fest.





Rottbegehen am Samstag 19. Mai 2018

Ergreifende Szenen spielten sich ab, als die Rottbrüder der III. Quartierschaft nach einem langen Jahr der Schützenfest-Abstinenz endlich wieder zusammentrafen, voller Vorfreude auf das große Fest. Da war manch lautes "Hallo, altes Haus, lebst du auch noch" in der Gaststube vom Schützenhaus zu hören. Doch welch ein Kontrast, keine 10 Meter weiter auf dem Schießstand herrschte konzentrierte Stille. Alle haben sich redlich bemüht - manche sogar mit Erfolg - das Schwarze treffen. Großer Jubel dann im Rosenrott, als endlich auch unser Rottmeister wohlbehalten eintraf. Bis in die Morgenstunden noch auf schwankenden Schiffsplanken in der Ostsee unterwegs, hatte er in einem beispiellosen Parforceritt die vom Pfingstverkehr verstopften Bundesautobahnen der norddeutschen Tiefebene gemeistert und war zu seinen Rottbrüdern geeilt.

Nachdem alle Scheiben perforiert waren, ging es auf den langen Marsch durch unsere schöne Heimatstadt. Durst und Hunger musste keiner erleiden, denn die Rottmeister hatten dankenswerterweise für Bier und belegte Brötchen gesorgt. Nach einem Zwischenstopp bei den Fürsten und bei uns Rosen führte der Weg zu den Bernhardinern tief im Osten. Dort haben wir sodann den Bus bestiegen, voller Inbrunst die Lore geschmettert, und sind mit einem fröhlichen Tirallala auf den Lippen zu Hauptmanns Teich gefahren worden. Hier wurden wir - großes Kompliment und ganz herzlichen Dank an die Aktiven - mit Bier und Gegrilltem auf das Feinste versorgt und konnten den Tag in fröhlicher Runde ausklingen lassen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass das Rosenrott auch beim Schießen wieder ganz vorne mitgemischt hat und sich hinter dem Fürsten- und dem Berhardinerrott den dritten Platz auf dem Siegerpodest erkämpft hat.

© Ulrich Wischhöfer 2012 - 2020
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